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Neubau Hans- und Sophie-Scholl-Realschulen in Weiden

Auftraggeber
Stadt Weiden

Bauherr

VINCI Facilities Solutions GmbH, Mannheim

ÖPP-Verfahren Zuschlag
2025

Planungsbeginn - Fertigstellung
2026 - 2029 

Leistungsphasen
2 - 5

Gebäudedaten
Gesamtkosten €
Bruttogeschossfläche m²

Die Stadt Weiden in der Oberpfalz beabsichtigt den Neubau der Hans-Scholl-Realschule sowie der Sophie-Scholl-Realschule auf dem bestehenden Schulgrundstück. Derzeit befinden sich dort die Schulgebäude aus den 1970er-Jahren, die den heutigen pädagogischen, funktionalen und baulichen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Sowohl im Bestand als auch im zukünftigen Schulkonzept sind die Jungen in der Hans-Scholl-Realschule und die Mädchen in der Sophie-Scholl-Realschule untergebracht.

Die Entscheidung, beide Realschulen auf demselben Grundstück neu zu errichten, bietet die Chance, das bestehende Schulensemble grundlegend neu zu strukturieren und räumlich wie funktional zeitgemäß weiterzuentwickeln. Ziel ist es, eine klare städtebauliche Ordnung zu schaffen, die sowohl die Eigenständigkeit der beiden Schulen als auch deren gemeinschaftliche Nutzungsmöglichkeiten widerspiegelt und gleichzeitig den Anforderungen eines modernen Schulbetriebs gerecht wird.

Das architektonische Konzept sieht eine Gliederung des zukünftigen Schulensembles in drei klar ablesbare Baukörper vor. Zwei längsorientierte Gebäuderiegel nehmen jeweils die Hans-Scholl-Realschule und die Sophie-Scholl-Realschule auf. Dazwischen ist ein zweigeschossiger Mittelbau angeordnet, der als verbindendes Element fungiert und die von beiden Schulen gemeinsam genutzten Funktionen beherbergt. Diese bauliche Setzung ermöglicht eine eindeutige Orientierung, eine klare Identifikation der einzelnen Schulen sowie kurze und übersichtliche Wegebeziehungen. Gleichzeitig erlaubt sie eine wirtschaftliche und logische Umsetzung der Maßnahme in mehreren Bauabschnitten.


Die beiden Schulgebäude reagieren in ihrer inneren Organisation auf die unterschiedlichen pädagogischen Konzepte der jeweiligen Realschule, was sich in der differenzierten Nutzungsverteilung widerspiegelt. Der Mittelbau bildet das funktionale und kommunikative Zentrum des Schulensembles. Hier sind mit der Aula, der Mensa sowie den Verwaltungsbereichen zentrale Einrichtungen untergebracht, die von beiden Schulen gemeinsam genutzt werden.

Jede Realschule erhält einen eigenen, klar zugeordneten Haupteingang, der unabhängig vom gemeinsamen Mittelbau funktioniert und nicht über die Aula geführt wird. Dadurch bleibt die Eigenständigkeit der Schulen auch im täglichen Betrieb gewahrt. Die Haupterschließung des gesamten Schulensembles erfolgt von Westen über den Pausenhof, der als zentraler Aufenthalts- und Begegnungsraum fungiert. Ergänzend ist eine weitere Zugänglichkeit von Osten vorgesehen, um eine flexible Anbindung an das Umfeld sicherzustellen.

Die Realisierung des Neubaus erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Die Bauphasen sind so organisiert, dass der laufende Schulbetrieb mit der bestehenden Klassen- und Schülerzahl während der gesamten Bauzeit uneingeschränkt aufrechterhalten werden kann. Die abschnittsweise Umsetzung trägt zudem zu einer wirtschaftlichen und effizienten Bauabwicklung bei.

Ein wesentliches gestalterisches Element des Entwurfs ist ein differenziertes Farb- und Materialkonzept, das zur Orientierung innerhalb des Schulensembles beiträgt und die Identifikation der Schülerinnen und Schüler mit ihrer jeweiligen Schule stärkt. Dieses Konzept findet sowohl in der Fassadengestaltung als auch in den Innenräumen Anwendung und ist den beiden Realschulen jeweils eindeutig zugeordnet. Auf diese Weise wird die architektonische Trennung der Schulen auch atmosphärisch und gestalterisch erlebbar gemacht, während die gemeinschaftlich genutzten Bereiche bewusst verbindend gestaltet sind.